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Supplement-Tracker-App: worauf es ankommt

Wer im Store nach „Supplement Tracker“ sucht, bekommt Dutzende Treffer, und auf den Bildschirmfotos sehen sie sich ähnlich: eine Liste, ein paar Häkchen, ein Diagramm. Die Unterschiede zeigen sich nicht am ersten Tag, sondern in der dritten Woche. Dann nämlich, wenn du entweder noch einträgst oder nicht mehr.

Ich baue selbst so eine App. Deshalb hier die Kriterien, nach denen ich an deiner Stelle aussuchen würde, und am Ende ehrlich, wo RecTake passt und wo nicht. Über andere Apps steht hier bewusst nichts. Sie ändern sich schneller als dieser Text, und jedes Kriterium kannst du an jeder App selbst prüfen.

Das wichtigste Kriterium: was ein Eintrag kostet

Entscheidend ist, wie lange ein einzelner Eintrag dauert, denn davon hängt ab, ob du ihn in der dritten Woche noch machst.

Zähl beim Ausprobieren die Schritte: App öffnen, Kategorie wählen, Präparat suchen, Menge tippen, Einheit auswählen, Uhrzeit bestätigen, speichern. Bei sieben Einnahmen am Tag wird jeder Schritt zu etwas, das man irgendwann weglässt. Prüf außerdem:

  • Mehrere Dinge auf einmal. Morgens nimmt kaum jemand nur eine Sache. Geht das in einem Zug oder in fünf?
  • Gruppen für das, was gleich bleibt. Was jeden Morgen dasselbe ist, sollte ein einziger Tipp sein.

In RecTake sprichst du den Eintrag: „Zwei Kapseln Magnesium, dazu einen Kaffee“ ergibt zwei Einträge mit Uhrzeit. Was sich wiederholt, fasst eine Routine zusammen, und die App schlägt Routinen aus deinem eigenen Verlauf vor. Warum gerade dieser Punkt so viele Tagebücher scheitern lässt, steht in Ein Supplement-Tagebuch, das man länger als zwei Wochen führt.

Supplemente und Medikamente getrennt, Stück und Dosis auch

Eine brauchbare App hält Nahrungsergänzung und Medikamente auseinander und unterscheidet zwischen der Zahl der Kapseln und der Dosis pro Kapsel.

Beides klingt nach Kleinkram und entscheidet später, ob die Daten etwas taugen. „Zwei Kapseln à 400 Milligramm“ sind zwei Angaben, nicht eine. Eine App, die daraus „2“ oder „400“ macht, verliert die Hälfte. Und wer Medikamente und Nahrungsergänzung in einen Topf wirft, hat beim Arzttermin eine Liste, in der man erst sortieren muss.

RecTake führt beides als eigene Eintragsarten im selben Verlauf und speichert Stückzahl, Form und Dosis getrennt. Hast du keine Menge gesagt, bleibt sie leer, statt geraten zu werden. Kennt die App einen Namen nicht, fragt sie nach, und was du ihr beibringst, steht danach im Wortschatz.

Erinnerungen, die dich nicht vertreiben

Erinnerungen sollten sich einzeln abschalten lassen, Ruhezeiten einhalten und dich nie auffordern, etwas zu nehmen.

Nach zu vielen Formularen sind zu viele Meldungen der sicherste Weg, eine App wieder loszuwerden. Achte darauf, ob du Zeiten und Abstände selbst bestimmst und ob nachts Ruhe ist. Und lies, was in den Meldungen steht. „Heute noch nicht eingetragen“ ist eine Gedächtnisstütze. „Zeit für dein Magnesium“ ist eine Handlungsanweisung zu einem Präparat.

RecTake kennt drei Arten. Es fragt auf Wunsch regelmäßig nach deiner Stimmung; in der Vorgabe ist das aus. Es fragt eine Weile nach einer Einnahme, wie es dir geht, höchstens dreimal am Tag. Und es erinnert an Gewohntes, wenn etwas fehlt, das du sonst um diese Zeit einträgst. Die Ruhezeiten stellst du selbst ein, die Vorgabe ist 22 bis 7 Uhr. Keine Meldung sagt dir, dass du etwas nehmen sollst.

Das Befinden gehört daneben

Ein Tracker, der nur Einnahmen zählt, beantwortet nur, was du genommen hast, und nicht, wie es dir dabei ging.

Wer etwas ausprobiert, will meistens das Zweite wissen. Dafür muss neben jeder Einnahme stehen können, wie der Tag war, ohne dass du dafür eine zweite App brauchst. Prüf, ob die App ein Befinden kennt und ob freie Notizen möglich sind, für alles, was in keine Kategorie passt.

In RecTake ist das Befinden eine eigene Eintragsart mit fünf Stufen. „Ich fühle mich müde“ reicht als Satz. Alles andere wird eine Notiz, gesprochen oder getippt.

Ein Verlauf, in dem du etwas findest

Nach drei Wochen brauchst du eine Ansicht, in der du Tage vergleichen und nach einem einzelnen Präparat suchen kannst.

Ein Diagramm voller Häkchen sagt dir, dass du fleißig warst. Es sagt dir nicht, an welchen Tagen etwas fehlte und was an diesen Tagen sonst los war. Achte auf eine Tages-, Wochen- und Monatsansicht und auf eine Suche.

Und sei vorsichtig mit Auswertungen, die dir einen Zusammenhang nennen. Bei einer einzigen Person, ohne Vergleich und mit eigener Erwartung, ist „Präparat X verbessert deine Stimmung“ eine Vermutung, die wie ein Ergebnis aussieht. RecTake rechnet deshalb bewusst nichts aus. Der Verlauf legt nebeneinander, was war, und den Schluss ziehst du.

Export: Deine Daten müssen mitkommen können

Prüf vor dem ersten Eintrag, ob du deine Daten als Datei mitnehmen kannst, die auch ohne die App lesbar ist.

Eine Tabelle im CSV-Format öffnet jedes Tabellenprogramm, eine Textdatei oder ein PDF kannst du ausdrucken oder deiner Ärztin zeigen. Ohne Export gehören deine Daten praktisch der App.

RecTake exportiert den ganzen Verlauf als Textdatei oder als Tabelle und einzelne Tage, Wochen oder Monate als PDF. Was beim Telefonwechsel passiert, steht in Handywechsel: Was passiert mit meinen Einträgen?

Datenschutz: wo die Einträge liegen

Was du über Präparate, Medikamente und dein Befinden einträgst, sind Gesundheitsdaten. Es lohnt sich also nachzusehen, wo sie gespeichert werden und wer sie sehen kann.

Drei Stellen helfen beim Prüfen: die Datenschutzerklärung, die Datenschutzangaben auf der Store-Seite (im App Store „App-Datenschutz“, bei Google Play „Datensicherheit“) und die Frage, ob du ein Konto brauchst und was dieses Konto speichert.

Bei RecTake liegen die Einträge in einer Datenbank auf deinem Telefon. Das Konto kennt deine E-Mail-Adresse und dein Abo, nicht deine Einträge. Die Spracherkennung macht das Betriebssystem des Telefons, die Aufnahme verlässt das Gerät nicht. Es gibt kein Analytics-SDK und keine Werbe-IDs. Die Kehrseite: Es gibt auch keinen Abgleich zwischen Geräten und keine Kopie in der Cloud.

Voraussetzungen und Kosten

Kläre vorher, ob dein Telefon die App vollständig kann und was sie nach der Probezeit kostet.

Bei Apps mit Spracheingabe hängt viel am Telefon. Die Spracherkennung von RecTake läuft auf Android ab Version 13 mit installiertem Sprachpaket und auf dem iPhone ab XS beziehungsweise XR; dort muss die Sprache, in der du sprichst, eine Sprache des Geräts sein. Kann dein Telefon das nicht, trägst du getippt ein. Preis und Probezeit stehen in den häufigen Fragen.

Die Kriterien auf einen Blick

Diese Tabelle fasst zusammen, woran du jedes Kriterium beim Ausprobieren erkennst.

KriteriumWoran du es prüfst
Aufwand pro EintragSchritte zählen, einmal für die ganze Morgenrunde
Supplement und Medikament getrenntZwei Eintragsarten im selben Verlauf
Stück und Dosis getrennt„Zwei Kapseln à 400 Milligramm“ eingeben und ansehen, was ankommt
Befinden und NotizenBeides in derselben App, ohne Umweg
ErinnerungenEinzeln abschaltbar, Ruhezeiten, kein „Nimm jetzt …“
Verlauf und SucheTag, Woche, Monat und eine Suche nach einem Namen
ExportEine Datei, die ohne die App lesbar ist
DatenschutzWo die Einträge liegen, was das Konto weiß, ob Analysewerkzeuge mitlaufen
VoraussetzungenSystemversion, Sprachpaket, Preis nach der Probezeit

Wann RecTake nicht die richtige Wahl ist

RecTake passt nicht, wenn du einen Abgleich zwischen Geräten, Nährwerte, Schlafdaten oder eine automatische Auswertung erwartest.

  • Kein Abgleich zwischen Geräten. Die Einträge liegen auf einem Telefon. Wer auf zwei Geräten einträgt, hat zwei getrennte Tagebücher.
  • Keine Nährwerte, keine Kalorienziele. Wer das sucht, ist bei einem Kalorienzähler besser aufgehoben. Den Unterschied beschreibt RecTake und Cal AI.
  • Schlaf ist eine Notiz. Eine eigene Schlafmessung gibt es nicht.
  • Keine Verbindung zu den Gesundheits-Apps des Telefons.
  • Keine Prüfung auf Wechselwirkungen, keine Dosierung, keine Empfehlung. Das gehört in die Apotheke.

Und wenn ein Notizbuch oder die Notizen-App für dich funktioniert und du sie seit Wochen führst: Bleib dabei. Eine App lohnt sich erst dann, wenn dich das Aufschreiben von Hand zu viel Zeit kostet.

RecTake ist noch nicht im Store. Wenn du Bescheid bekommen willst, sobald es die App gibt, trag dich in die Warteliste ein. Du bekommst genau eine Nachricht.

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